Ihr Ring hat sich nicht verfärbt. Sie sehen nur, was von Anfang an
darunter lag: Weißgold ist eine gelbliche Legierung, weiß gemacht wird sie außen
von einer hauchdünnen Rhodiumschicht — und die läuft im Alltag ab.
Gleiche Legierung, gleicher Feingehalt, gleiches Alter. Unterschiedlich
ist nur, wie viel Rhodium noch auf der Oberfläche sitzt.
ERGEBNIS
Was am Ende wieder auf dem Tresen liegt
Wir fangen hinten an. Wenn ein gelbstichiger Weißgoldring aus unserer
Werkstatt zurückkommt, hat sich genau eine Sache geändert — und mehrere ausdrücklich nicht.
So kommt er herein
Zwei Farben an einem Ring
Die Unterseite der Ringschiene schimmert warm, fast champagnerfarben, die Oberseite ist noch hell
Zwischen beiden Zonen läuft eine sichtbare Kante, kein weicher Übergang
Der Glanz ist stumpf, weil tausende feine Kratzer das Licht streuen statt es zu spiegeln
In der Innengravur und um die Fassungen sitzen Reste von Creme, Seife und Hautfett
So geht er zurück
Ein durchgehend kühles Weiß
Ober- und Unterseite tragen denselben leicht bläulich-kühlen Ton, ohne Zonen und ohne Kante
Kanten und Profilübergänge sind wieder scharf gezogen, die Fläche spiegelt statt zu streuen
Fassungen und Steinzwischenräume sind sauber, die Steine sitzen unberührt in ihren Krappen
Die Innengravur ist unverändert lesbar, weil die Auflage viel zu dünn ist, um sie zuzulegen
Der Feingehalt
585 bleibt 585. Rhodinieren ist eine Oberflächenarbeit und ändert nichts am Gold im Ring —
auch nichts am Materialwert.
Die Ringweite
Eine Auflage von einem Zehntausendstel Millimeter verändert keine Größe. Wer ohnehin
umstecken lassen will, kann beides in einem Arbeitsgang erledigen.
Die Steine
Diamanten sind unempfindlich. Perlen, Opale, Smaragde und Türkis vertragen weder
Ultraschall noch Bad — sie werden abgedeckt oder kurz ausgefasst.
Denselben Weg gehen Trauringpaare, bei denen ein Ring stärker
gelitten hat als der andere: Wir arbeiten beide gemeinsam auf, damit sie hinterher
wieder gleich aussehen — nachzulesen unter
Trauringe aufarbeiten. Wie das Bad
selbst arbeitet, steht auf der Leistungsseite
Rhodinieren und Galvanik.
MATERIAL
Die Schicht, die das Weiß macht
Einen Schritt zurück: Was Sie an einem Weißgoldring für die Farbe des
Metalls halten, ist in Wahrheit ein Überzug aus einem anderen Metall.
Rhodium, 0,1 bis 0,2 Mikrometer. Ein Metall der Platingruppe:
sehr hart, sehr hell, läuft an Luft nicht an. Ein Zehntausendstel Millimeter, außen und innen.
Die Weißgoldlegierung, etwa 1,5 bis 2,5 Millimeter. Das ist
der eigentliche Ring, und der ist von Haus aus nicht weiß, sondern hell graugelb.
Schnitt durch eine Ringschiene, stark überzeichnet. Maßstäblich wäre die
helle Auflage auf dieser Zeichnung dünner als ein Haar, das quer über die Seite liegt.
Rhodium lässt sich nicht schmieden und nicht gießen, es wird galvanisch abgeschieden.
Das Stück wird entfettet, im Ultraschall gereinigt, elektrolytisch nachentfettet und
gründlich gespült — jeder Fingerabdruck würde sonst als Fleck in der Auflage stehen
bleiben. Dann hängt es an einem dünnen Draht im Rhodiumbad, Gleichstrom fließt, und
innerhalb von Sekunden bis wenigen Minuten legt sich die Schicht auf jede Fläche, die
der Strom erreicht.
Der wichtigste Satz zu dieser Arbeit lautet: Rhodium deckt nichts zu. Die Auflage ist
so dünn, dass sie jede Schramme und jede Delle exakt nachzeichnet — auf einer frisch
rhodinierten, aber schlecht vorbereiteten Oberfläche fallen Kratzer sogar stärker auf
als vorher. Deshalb ist nicht das Bad die Arbeit, sondern die Vorpolitur davor. Sie
macht den Löwenanteil der Zeit aus und steht deshalb im Richtpreis ausdrücklich mit
drin. Wie wir polieren, ohne Kanten zu verschleifen, beschreibt die Seite
Reinigen und Polieren.
Ein zweiter Punkt betrifft die Haut: Bei nickelhaltigem Weißgold liegt zwischen
Legierung und Finger nur diese Auflage. Ist sie an der Innenseite durchgerieben, meldet
sich bei empfindlichen Trägerinnen und Trägern gelegentlich eine Rötung, die vorher
jahrelang kein Thema war. Wer das kennt, sollte eher früher zum Auffrischen kommen —
oder gleich über eine palladiumbetonte Legierung nachdenken.
GALVANIKAm Draht im Bad, Gleichstrom fließt: Die
Schicht legt sich auf jede Fläche, die der Strom erreicht.VORPOLITURNicht das Bad ist die Arbeit, sondern die
Stunde davor. Rhodium deckt keine einzige Schramme zu.
585
Warum darunter kein Weiß ist
Noch einen Schritt zurück, bis zum Ausgangszustand: Es gibt kein weißes
Gold. Gold ist gelb, und zwar in jedem Feingehalt. Weiß wird es erst durch das, was man
dazulegiert.
Ein Ring mit der Punze 585 besteht zu 58,5 Prozent aus Feingold. Die übrigen 41,5 Prozent
sind der Spielraum des Legierungsherstellers — und dieser Rest muss die Gelbfärbung des
Goldes rechnerisch überstimmen. Dafür kommen vor allem Palladium, Silber und Nickel in
Frage, dazu kleine Anteile Kupfer und Zink, die das Metall überhaupt erst gut verarbeitbar
machen. Palladium ergibt einen ruhigen, dauerhaft hellen Grundton, ist aber teuer. Nickel
macht heller und härter, gilt aber als hautkritisch und wird in Europa nur unterhalb
festgelegter Abgabewerte eingesetzt.
585 Weißgold
58,5 Prozent Gold, 41,5 Prozent Weißmacher. Der große Rest lässt
viel Raum zum Aufhellen — der Grundton ist oft der kühlste der drei.
750 Weißgold
75 Prozent Gold, nur ein Viertel für alles andere. Klingt
widersinnig, ist aber so: Der wertvollere Ring hat oft den wärmeren Grundton.
950 Platin
Kein Gold, kein Überzug: Platin ist von sich aus weiß. Es wird mit
den Jahren matt und grauer, aber nicht gelb, und lässt sich aufpolieren.
Welche Farbe zu welcher Hand passt und wo die Unterschiede beim Tragen
wirklich liegen, steht ausführlich unter
Legierungen und Farben. Was die Zahlen im
Ring bedeuten und wo sie zu finden sind, erklärt
Punzen, Karat und Feingehalt.
ABRIEB
Wie der Gelbstich zurückkommt
Rhodium wird nicht dünner, weil es altert, sondern weil es reibt. Der Weg
von frisch bis auffällig verläuft bei Ringen fast immer in derselben Reihenfolge.
Frisch aus dem Bad
Ein Ton auf der ganzen Schiene
Ober- und Unterseite sind farblich nicht zu unterscheiden. Das ist der Zustand, den
die meisten für die Eigenfarbe ihres Rings halten.
Nach den ersten Monaten
Der Glanz wird leiser
An der Innenhandseite streut die Fläche das Licht. Farblich ist noch nichts passiert,
es sind mikrofeine Kratzer von Lenkrad, Tastatur und Einkaufswagengriff.
Nach ein bis zwei Jahren
Der warme Schimmer unten
An der am stärksten belasteten Stelle der Schiene kommt die Legierung durch. Von oben
sieht der Ring noch weiß aus, im Streiflicht nicht mehr.
Wenn länger gewartet wird
Die Zone wandert nach oben
Der gelbliche Bereich läuft über die Kanten auf die Sichtseite, die Grenze wird zur
Linie. Jetzt muss vor dem Bad deutlich mehr poliert werden.
DRITTE STUFEVon oben sieht der Ring noch weiß aus, im
Streiflicht nicht mehr: Hier läuft die Grenze zwischen beiden Zonen.
Wie schnell das geht, entscheidet fast nur die Trageweise. Ein Ring an der aktiven Hand,
täglich getragen, zeigt erfahrungsgemäß nach ein bis zwei Jahren die dritte Stufe. Ketten
halten in der Regel ein Vielfaches davon, weil sie auf Stoff liegen und kaum Druck bekommen;
Ohrstecker halten am längsten. Beschleunigt wird der Abrieb weniger durch Kosmetik als durch
Körnung und Chemie: Sand im Garten, Chlorwasser im Schwimmbad, Handdesinfektionsmittel,
scharfe Haushaltsreiniger. Handcreme allein schadet nicht, bindet aber Staub — und Staub
ist Schleifmittel.
Zahnpasta oder Backpulver
Beides enthält Putzkörper. Wer damit regelmäßig nachhilft, hat die Auflage an der
polierten Stelle in wenigen Wochen durchgerieben — der Ring wird dort schneller gelb,
nicht später.
Silberputztuch oder Silbertauchbad
Beide sind für angelaufenes Silber gemacht und arbeiten mechanisch oder chemisch.
Auf rhodiniertem Weißgold greifen sie die Oberfläche an, ohne dass sie irgendetwas
zu tun hätten: Rhodium läuft gar nicht an.
Den Ring beim Sport und im Garten anlassen
Hantelstange, Klettergriff, Erde und Sand kosten mehr Schicht als ein ganzes Jahr
Büroalltag. Fünf Sekunden Abstreifen vorher verlängern das Intervall spürbar.
Warten, bis alles gleichmäßig gelb ist
Klingt vernünftig, kostet aber Material. Je tiefer die Kratzer beim Abgeben sind,
desto mehr muss vorpoliert werden — und poliert wird immer vom Ring, nie vom Rhodium.
Was zwischen zwei Auffrischungen wirklich hilft, ist wenig und
unspektakulär: lauwarmes Wasser, ein Tropfen Spülmittel, eine weiche Bürste, abends
ablegen. Die ausführliche Fassung steht unter
Schmuck richtig pflegen.
PREISE
Was das Auffrischen kostet
Der Preis hängt nicht am Rhodium, sondern an der Vorarbeit: Wie tief sitzen
die Kratzer, wie viele Steine müssen geschützt werden, ist der Ring zweifarbig?
Ein glatter Ring ohne Besatz ist eine überschaubare Arbeit. Aufwendiger wird es bei
Pavé-Fassungen, bei denen zwischen den Steinen von Hand nachgearbeitet wird, bei
Bicolor-Stücken, deren Gelbgoldteile vor dem Bad abgedeckt werden müssen, und bei
empfindlichem Besatz, der vorher aus der Fassung kommt. Was Ihr Stück kostet, sagen wir
Ihnen nach kurzer Sichtung — vor Arbeitsbeginn und unverbindlich.
Oberflächen, Galvanik und Reinigung — Richtwerte, Preisstand August 2026
Leistung
Richtpreis
Üblich fertig in
Ultraschallreinigung, je Schmuckstück
ab 9 €
meist am selben Tag
Schmuckstück polieren und aufarbeiten, ohne Steinbesatz
Richtwerte inklusive Mehrwertsteuer, unverbindlich. Was Ihr Stück kostet, hängt von Material, Zustand und Aufwand ab — Sie erhalten vor Arbeitsbeginn einen Kostenvoranschlag und entscheiden dann. * Bei diesen Positionen hängt der Preis stark vom Zustand und vom Umfang der Vorarbeit ab.
Alle weiteren Positionen der Werkstatt stehen gesammelt unter
Preise und Bearbeitungszeiten. Wer sehen möchte, wo
Poliermotor, Ultraschall und Galvanik stehen, findet den Rundgang unter
Unsere Werkstatt. Abgeben können Sie ohne Termin, während der
Öffnungszeiten; die Rückfrage zum Kostenvoranschlag kommt telefonisch.
FRAGEN
Was uns beim gelben Weißgold gefragt wird
Sechs Fragen, die fast jedes Mal am Tresen kommen, wenn jemand seinen Ring
zum ersten Mal im Streiflicht betrachtet hat.
Nein. Der gelbliche Ton ist die Legierung selbst, und die hat sich nicht verändert. Weißgold besteht überwiegend aus Gold, und Gold ist gelb. Weiß wirkt der Ring durch eine hauchdünne Rhodiumauflage an der Oberfläche. Wird sie an einer Stelle abgetragen, sehen Sie das Material darunter — der Feingehalt bleibt derselbe.
Das hängt fast nur daran, wie das Stück getragen wird. Ein Ring, der täglich an der Hand ist, zeigt erfahrungsgemäß nach ein bis zwei Jahren einen warmen Schimmer an der Unterseite. Ketten und Ohrschmuck reiben viel weniger und halten in der Regel deutlich länger. Ringe, die nur zu Anlässen getragen werden, entsprechend selten.
Auffrischen nicht — die Schicht entsteht in einem galvanischen Bad unter Strom. Was Sie zu Hause tun können, ist sie zu schonen: lauwarmes Wasser, ein Tropfen Spülmittel, eine weiche Bürste. Zahnpasta, Backpulver, Silberputztücher und Silbertauchbäder gehören nicht an rhodiniertes Weißgold, weil sie die Auflage abtragen.
Das Bad selbst trägt nichts ab, es legt im Gegenteil etwas auf. Material kostet die Vorpolitur, mit der wir Kratzer aus der Oberfläche nehmen, bevor das Stück ins Bad geht. Der Abtrag liegt im Bereich von Hundertsteln eines Gramms. Je früher Sie kommen, desto weniger muss poliert werden.
Ja. Die Rhodiumauflage ist rund ein Zehntausendstel Millimeter dünn und füllt keine Gravur zu. Aufpassen müssen wir bei der Vorpolitur: An gravierten Stellen arbeiten wir zurückhaltend, damit eine flach gewordene Handschrift nicht noch flacher wird. Sagen Sie uns bei der Abgabe, wenn im Ring etwas steht, das erhalten bleiben soll.
Können Sie. Ohne Auflage zeigt sich der Grundton der Legierung, meist ein helles Graugelb oder ein Champagnerton, der mit den Jahren gleichmäßig wird. Zwei Punkte gehören dazu: Ohne Rhodium ist die Oberfläche weicher und zeigt Kratzer schneller, und bei nickelhaltigem Weißgold fehlt die Trennschicht zur Haut. Wer dauerhaft ein kühles Weiß möchte, ist mit Platin besser bedient.
Zwei Farben an einem Ring? Legen Sie ihn uns hin
Bringen Sie den Ring während der Öffnungszeiten in die Bernwardstraße 7 — einen Termin
brauchen Sie dafür nicht. Wir sehen ihn uns unter der Lupe an, sagen Ihnen, wie viel
Vorpolitur nötig ist, und nennen Ihnen den Preis, bevor das Stück in der Werkstatt bleibt.
Übernommen aus dem Google-Unternehmensprofil am 1. September 2026. Wer eine Bewertung abgeben darf, entscheidet Google; wir prüfen nicht nach, ob eine Bewertung von einem echten Besuch stammt. Wir wählen nicht nach Note aus: gezeigt werden die zuletzt veröffentlichten Stimmen, deren Text sich ohne Bildzeichen vorlesen lässt — Gesamtnote und Verteilung enthalten alle 229. Google zeigt längere Texte selbst gekürzt; wir zeigen je Karte höchstens fünf Zeilen. Am Wortlaut ändern wir nichts — der Link an der Karte führt auf die einzelne Bewertung bei Google.
AAdrian Berishavor 3 Wochen
Habe da heute ein Armband gravieren lassen ich hatte ein Fehler gemacht und es wurde genau so nochmal graviert Respekt die Preis sind da echt günstig kann ich nur empfehlen
Super freundlicher Service , ich hatte einen Ring der zu klein war .
Konnte sofort vorbeikommen , wurde freundlich empfangen .
Mein Ring passt jetzt .
Ich bin sehr zufrieden .
Ab heute mein erster Ansprechpartner wenn um Schmuck geht .
Waren vorhin dar top super nett sehr sehr freundlich und hat uns auch sehr gut beraten also ich kann das Geschäft nur weiter empfehlen Top Top Top und man wird da auch nicht über den Tisch gezogen keine Verarschung
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