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Gold und Silber auf Gebrauchsgut

Objekte vergolden und versilbern

Ein Türbeschlag, ein Pokal mit Jahreszahl, der Fuß einer Leuchte, ein Füllhalter. Alles, was aus Messing, Bronze oder Neusilber besteht, nimmt eine Auflage an — und alles andere lässt sich vorbereiten, bis es das tut. Die Frage ist nicht ob, sondern mit welchem Aufbau und in welcher Stärke.

Frisch vergoldeter Messingbeschlag auf schwarzem Tuch unter der Werkbankleuchte, daneben ein unbehandeltes Gegenstück
Links das Rohteil, rechts dasselbe Bauteil nach dem Bad. Die Kontur ist unverändert — die Auflage trägt nur wenige Mikrometer auf.
999

Weiches Gold, hartes Gold

„Vergolden" beschreibt zwei ziemlich verschiedene Ergebnisse. Der Unterschied liegt nicht im Preis des Metalls, sondern darin, was die Schicht danach aushalten muss.

Feingold, weich

Für das, was angesehen wird

Aus dem Feingoldelektrolyten scheidet sich reines Gold ab, warm im Ton und sehr gleichmäßig. Es ist das Gold mit der schönsten Farbe — und das weichste. Ein Fingernagel hinterlässt darin eine Spur, ein Schlüsselbund in der Hosentasche eine Bahn.

Richtig für Vitrinenstücke, Ehrenzeichen, Medaillen, Zierteile und alles, was hinter Glas oder an der Wand bleibt.

Übliche Stärke
0,3–1 µm
Farbe
warmes Gelb
Abriebfest
gering
Hartgold, legiert

Für das, was angefasst wird

Ein geringer Zusatz im Elektrolyten macht die abgeschiedene Schicht um ein Vielfaches härter, bei praktisch gleicher Farbe. Das ist der Aufbau für Flächen, über die täglich eine Hand geht: Griffe, Beschläge, Schreibgeräte, Verschlüsse.

Sie können den Unterschied nicht sehen. Bemerkbar macht er sich erst mit der Zeit — daran, dass die Kanten länger golden bleiben.

Übliche Stärke
1–3 µm
Farbe
wie Feingold
Abriebfest
deutlich höher
AUFBAU

Die Sperrschicht ist der eigentliche Trick

Eine Goldauflage ist wenige Mikrometer dünn und für Atome kein Hindernis. Über Monate und Jahre wandern Bestandteile des Grundmetalls durch sie hindurch an die Oberfläche. Was frisch aus dem Bad noch strahlt, wird dann stumpf und fleckig, ohne dass jemand daran gerieben hätte.

Deshalb liegt zwischen Grundmetall und Edelmetall eine Sperrschicht. Auf Messing und Kupfer hält sie das Kupfer zurück, auf Silber die unedlen Anteile der Legierung. Bei Stahl, Zink und Aluminium hat sie zusätzlich eine tragende Aufgabe: Sie stellt überhaupt erst eine Fläche her, auf der Gold haftet.

Der Aufbau ist immer derselbe Gedanke, nur in unterschiedlicher Tiefe: erst eine Schicht, die haftet, dann eine, die sperrt, dann die, die man sieht. Aufpreis für den vollen Aufbau bei Stahl, Zink oder Aluminium: ab 35 €.

Drei Metallplättchen nebeneinander auf der Werkbank: blankes Messing, mattgraue Zwischenschicht und goldene Endschicht
DREI LAGENGrundmetall, Sperrschicht, Auflage. Zu sehen ist am Ende nur die dritte — tragen tun alle drei.

Aluminium ist der Sonderfall, der am deutlichsten zeigt, warum das nötig ist: Es überzieht sich in Sekunden wieder mit einer Oxidhaut, auf der nichts haftet. Wer sie nicht vorher gegen eine dünne Zinkschicht tauscht, holt das Stück mit einer Auflage aus dem Bad, die sich schon beim Polieren löst. Und weil Aluminium und Gold weit auseinanderliegen, arbeitet es unter der Schicht, sobald Feuchtigkeit dazukommt — dagegen steht das Nickel.

Zerlegte Messingarmatur in Einzelteilen auf einem Werkstatttuch, Dichtungen und Kartusche separat zur Seite gelegt
ZERLEGTWas nicht aus Metall ist, kommt vorher heraus: Dichtungen, Kartuschen, Kunststoff, Filz. Danach erst geht es ins Bad.
VIER FÄLLE

Vier Objekte, vier Antworten

Die häufigsten Stücke, die zu uns kommen — und was wir dazu jeweils sagen, auch wenn die Antwort gegen die Arbeit spricht.

Messing

Türbeschlag und Griff

Der dankbarste Fall. Meist Messing unter Klarlack, der Lack muss vollständig herunter, danach wird vorpoliert und vergoldet. Weil eine Hand darüber geht, kommt Hartgold darauf, nicht weiches Feingold.

Machen wir. Zerlegen Sie den Beschlag, wenn Sie können — Schrauben und Federn getrennt.

Zinkguss

Vereinspokal

Häufig Zinkdruckguss mit hauchdünner Auflage. Das Metall ist porös: Es zieht Badflüssigkeit in die Poren, die später als Blase wieder herauskommt. Nötig ist der vollständige Aufbau mit Kupfer und Nickel.

Machen wir, aber die Vorarbeit bestimmt den Preis. Bei einem Serienpokal ist Ersatz oft günstiger als die Aufarbeitung.

Messing

Leuchte und Lampenfuß

Der Korpus ist meist gut geeignet, das Problem ist die Elektrik. Fassung, Kabel und Schalter kommen heraus, bevor irgendetwas ins Bad geht, und die Wiedermontage gehört in fachkundige Hände.

Machen wir für Metallteile. Die elektrische Seite bleibt außerhalb unserer Werkstatt.

Messing

Armatur im Bad

Der Korpus hochwertiger Armaturen ist Messing und damit geeignet. Zerlegen ist Pflicht, Dichtungen und Kartusche dürfen nicht ins Bad. Im Nassbereich steht die Auflage unter Dauerbelastung durch Wasser und Reiniger.

Reden wir vorher darüber. Größe und Zerlegbarkeit entscheiden, ob es bei uns geht oder außer Haus muss.

Historisches Verfahren, nicht im Angebot

Feuervergoldung: warum wir das nicht anbieten

Historische Beschläge, Kirchengerät und alte Uhrgehäuse tragen oft eine Feuervergoldung. Dabei wurde ein Amalgam aus Gold und Quecksilber aufgetragen und das Quecksilber über Feuer ausgetrieben. Das Ergebnis ist außergewöhnlich dauerhaft und hat einen Ton, den ein Bad nur annähert.

Angewandt wird das Verfahren seit langem nicht mehr, weil dabei giftige Quecksilberdämpfe entstehen. Wir bieten es nicht an und raten von jedem Angebot ab, das es verspricht. Erneuert wird eine solche Vergoldung heute galvanisch — und bei einem historisch wertvollen Stück ist die richtige erste Frage ohnehin, ob sie überhaupt erneuert werden sollte. Dazu steht mehr unter Antik und Restaurierung.

HALTBARKEIT

Was der Alltag mit der Schicht macht

Eine Auflage geht nicht kaputt, sie wird abgetragen — an der Stelle, an der etwas darüberstreicht, und nur dort. Das ist eine gute Nachricht, weil sich genau diese Stelle einzeln nacharbeiten lässt.

Vergoldeter Griff mit schmaler heller Laufbahn an der Oberseite, wo die Hand ihn regelmäßig umfasst
LAUFBAHNDie Abnutzung zeichnet nach, wie das Stück benutzt wird. Der Rest der Fläche bleibt unversehrt.
Wattetupfer an einem Stabhalter betupft eine abgeriebene Stelle auf einem flachen vergoldeten Beschlag, daneben führt ein blaues Kabel aus dem Bild
NACHGELEGTStiftgalvanik: Strom nur dort, wo der Wattekopf aufliegt. Das übrige Objekt bleibt trocken.
  • Nicht mit Scheuermilch, Metallpolitur oder Mikrofaser mit Schleifzusatz reinigen
  • Ein weiches, trockenes Tuch genügt; bei Fingerabdrücken leicht angefeuchtet
  • Keine sauren Sanitärreiniger auf vergoldete Armaturen und Beschläge
  • Poliermittel für Silber greifen die Goldauflage an — sie sind zum Abtragen gemacht
  • Abgeriebene Stellen einzeln nachlegen lassen, statt das ganze Stück erneut zu baden
  • Vitrinenstücke gelegentlich abstauben, sonst nichts weiter tun

Eine Teilfläche nachzulegen kostet ab 45 € und ist meist in 2–5 Werktagen fertig. Ein vollständiger Durchgang für ein Stück bis Handtellergröße liegt bei ab 89 € zuzüglich Vorarbeit. Alle Positionen im Überblick stehen unter Galvanik für Objekte.

FRAGEN

Was zur Vergoldung gefragt wird

Sechs Fragen, die sich am konkreten Gegenstand immer wieder stellen.

Sehr wenig, und das überrascht viele. Bei einer Gebrauchsauflage von zwei Mikrometern auf einer Fläche von einer Handbreit liegt der Goldeinsatz im Bereich weniger Zehntelgramm. Der Preis einer Vergoldung entsteht deshalb fast vollständig aus Arbeitszeit: Entlacken, Schleifen, Vorpolieren, Aufhängen, Kontrolle. Das Metall selbst ist der kleinste Posten.

Feingold ist ein sehr weiches Metall, eine reine Goldauflage lässt sich mit dem Fingernagel verletzen. Wird dem Elektrolyten ein geringer Anteil eines härtenden Zusatzes beigegeben, entsteht eine deutlich abriebfestere Schicht bei praktisch gleichem Farbton. Überall dort, wo eine Hand regelmäßig über die Fläche geht — Griffe, Beschläge, Schreibgeräte — ist das die richtige Wahl. Für Vitrinenstücke genügt weiches Feingold.

Zwei Gründe. Erstens haftet Gold auf diesen Metallen schlecht und blättert später flächig ab. Zweitens wandern Bestandteile des Grundmetalls im Lauf der Zeit durch die dünne Auflage nach oben und machen sie stumpf und fleckig. Eine Schicht Kupfer und darüber Nickel löst beides: Sie trägt die Auflage und hält zurück, was von unten kommt. Bei Aluminium kommt hinzu, dass die Oxidhaut in Sekunden nachwächst: Ohne Zinkatbeize haftet dort überhaupt nichts.

Technisch ja, sofern der Korpus aus Messing besteht, was bei hochwertigen Armaturen meist der Fall ist. Praktisch sind drei Dinge zu klären: Die Armatur muss vollständig zerlegt werden, Dichtungen und Kartuschen dürfen nicht ins Bad, und im Nassbereich mit Reinigungsmitteln steht eine dünne Auflage unter Dauerbelastung. Wir sagen Ihnen vorher, ob wir das für sinnvoll halten, und wo die Grenze unseres Beckens liegt.

Nein. Bei der Feuervergoldung wird ein Amalgam aus Gold und Quecksilber aufgetragen und das Quecksilber anschließend über Feuer ausgetrieben. Das Verfahren erzeugt eine sehr dauerhafte Schicht, setzt aber giftige Dämpfe frei und wird deshalb seit langem nicht mehr angewandt. Historische Stücke tragen diese Vergoldung oft — erneuert wird sie heute galvanisch.

Als Sperrschicht ist Nickel das übliche Material und liegt unter der Edelmetallauflage, nicht an der Oberfläche. Solange die Auflage geschlossen ist, liegt es in der Regel nicht frei. Bei Gegenständen, die dauerhaft an der Haut getragen werden, und bei bekannter Nickelunverträglichkeit sagen Sie uns das bitte vor der Annahme — dann wählen wir einen anderen Aufbau oder raten von der Arbeit ab.

Zeigen Sie uns das Stück, bevor Sie planen

Zwei Minuten mit Magnet, Waage und Lupe klären, woraus Ihr Gegenstand besteht, ob er sich zerlegen lässt und welcher Aufbau nötig ist. Danach nennen wir Ihnen Preis und Laufzeit — oder sagen offen, dass die Arbeit den Aufwand nicht wert ist.

Die Richtpreise auf dieser Seite gelten für Werkstattarbeiten. Richtwerte inklusive Mehrwertsteuer, unverbindlich. Was Ihr Stück kostet, hängt von Material, Zustand und Aufwand ab — Sie erhalten vor Arbeitsbeginn einen Kostenvoranschlag und entscheiden dann.

Bewertungen bei GoogleStand 1. September 2026
4,9229 Bewertungen
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Übernommen aus dem Google-Unternehmensprofil am 1. September 2026. Wer eine Bewertung abgeben darf, entscheidet Google; wir prüfen nicht nach, ob eine Bewertung von einem echten Besuch stammt. Wir wählen nicht nach Note aus: gezeigt werden die zuletzt veröffentlichten Stimmen, deren Text sich ohne Bildzeichen vorlesen lässt — Gesamtnote und Verteilung enthalten alle 229. Google zeigt längere Texte selbst gekürzt; wir zeigen je Karte höchstens fünf Zeilen. Am Wortlaut ändern wir nichts — der Link an der Karte führt auf die einzelne Bewertung bei Google.

Adrian Berishavor 3 Wochen

Habe da heute ein Armband gravieren lassen ich hatte ein Fehler gemacht und es wurde genau so nochmal graviert Respekt die Preis sind da echt günstig kann ich nur empfehlen

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TABUGUvor einem Monat

Alles reibungslos! Der Herr vor Ort war sehr freundlich und zuvorkommend.

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Joana Karchvor 2 Monaten

Super freundlicher Service , ich hatte einen Ring der zu klein war . Konnte sofort vorbeikommen , wurde freundlich empfangen . Mein Ring passt jetzt . Ich bin sehr zufrieden . Ab heute mein erster Ansprechpartner wenn um Schmuck geht .

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Mohamed Osmanvor 2 Monaten

Vielen Dank, der Service war ausgezeichnet.

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Adriano Waynevor 3 Monaten

Super nett und kompetent, dazu absolut faire und transparente Ankaufspreise. Würde jederzeit wieder dort verkaufen!

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Sandra Garzelvor 4 Monaten

Waren vorhin dar top super nett sehr sehr freundlich und hat uns auch sehr gut beraten also ich kann das Geschäft nur weiter empfehlen Top Top Top und man wird da auch nicht über den Tisch gezogen keine Verarschung

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